Raten Sie mal, was diese drei Tiere verbindet! Es ist ganz einfach: sie werden für die Festtage zuerst gemästet und dann geschlachtet und als Delikatessen aufgetischt. Gut, dass der Karpfen noch nicht weiß, dass er einmal als Weihnachtskarpfen enden wird und so sein kurzes Dasein ungestört genießen kann.
Wer einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, heißt es, denn er kommt aus dem Feiern garantiert nicht mehr heraus. Wer in Süddeutschland noch die mit Maronen gefüllte Weihnachtsgans zu weihnachtlicher Musik und Kerzenschein genießt, wird er in den Alpenregionen zur Sylvesterparty eher mit dem Neujahrskarpfen Bekanntschaft machen. Dazu gehört, dass der Hausvater eine der Fischschuppen unter seinen Teller legt, die dann für den Rest des Jahres in die Geldbörse wandert, um den prall gefüllten Geldbeutel zu garantieren.
Das neue Jahr, das seit 1691 durch Papst Innozenz XII. in Europa am ersten Januar beginnt, kann der Weltenbummler woanders weiterfeiern, wenn er in Athen das Basiliusbrot mit eingebackenen Geldmünzen probiert, und dann nach Asien weiterfliegt, wo das Neujahrsfest in China, Vietnam und Korea zwischen Mitte Januar und Mitte Februar so heftig wie bei uns der rheinische Karneval gefeiert wird. Dann tanzt eine Prozession geschmückter rotbunter Drachen und Löwen durch die Strassen. Sollte er nach all den Festen immer noch Lust auf neue Feste haben, erwartet ihn Noruz, das persische Neujahr mit dem typischen Sabzeh, den frisch gepflanzten Sämereien und typischen Süßigkeiten in Teheran.
Neujahr ist irgendwo auf der Welt in fast jedem Monat, so Z. B. Galungan Anfang September auf Bali mit Hühnchen Saté und Kuninganreis, der gelb und würzig auf dem Teller duftet. Traditionelle Rezepte werden zubereitet. Dort hören die Tempelzeremonien mit Früchten und Blumen als Opfergaben für die hinduistischen Götter 10 Tage lang nicht auf, während die Jungen mit Trommeln und Gongs hinter einem von zwei Kindern mit Verkleidung dargestellten, schwarzen Bullen herziehen, der normalerweise für die Leichenverbrennung geschmückt wird und mit einem Höllengeklingel von den Passanten freundlich lächelnd ein paar Münzen einsammeln. Das hat mich an die Messdiener mit ihren österlichen Klappern und Rasseln in Deutschland erinnert.
Bei der Weiterführung der Weltreise wird dann leider der Text zu lang, sonst könnte es noch einige Monate so weitergehen…
Autor: Inga - Webseite