Archive for Oktober, 2010



Agrippa von Nettesheim

Dienstag 5 Oktober 2010 @ 3:24 pm

Agrippa von Nettesheim lebte 1486-1535 und trug den bürgerlichen Namen: Heinrich Kornelius. Der Arzt und mystische Denker aus der Nähe von Köln führte ein abenteuerliches Leben und kämpfte vor allen gegen die Wissenschaft seiner Zeit, der er die mystische Auffassung von der Allbeseelung der Natur entgegensetzte, die er trotz seiner Skepsis vertrat.

Der Humanist unsteten Geistes begegnet uns als Student (Köln, Paris, Würzburg) sowie als Lehrer und Gelehrter, als Abenteurer und Gefangener, kaiserlicher Hauptmann, im französischen Kriegsdienst, als Arzt, als kaiserlicher Beamte und als Historiograph der Statthalterin der Niederlande Margarete von Österreich. Sein bewegtes Leben führte in allen wichtigen Ländern Mittel- und Westeuropas, aber auch nach Italien und Spanien. Er starb nach einem ruhelosen Leben in Grenoble. Außer zahlreichen Briefen und theologischen Schriften wie zum Beispiel das dreibändige Werk: De oculta philosophia sive de magia, ist leider nicht mehr viel von den Arbeiten von Agrippa von Nettesheim erhalten.

Als Humanist ist ein hervorragender Kompilator, aber ohne feststehende eigene Einstellung. Auch zwischen Katholizismus und Reformation kann er sich nicht richtig entscheiden. Die Grundlagen seines Systems der Magie sieht er allerdings in den humanistischen Studien. Schon von Jugend an beschäftigte er sich mit dem Stein der Weisen und versuchte in seinem oben genannten Hauptwerk eine Darstellung des landläufigen Aberglaubens, aber unter skeptischer Aufdeckung der in zum Widerspruch anregenden Punkte Hexenwahn, Hexenverfolgung etc.

Andererseits aber versuchte er eine möglichst eine Darstellung der alten Magie auf antiker und kabbalistischer Grundlage, die sich in den elementaren und himmlischen Kräften manifestiert. Der Magier verbindet diese Kräfte nach den Regeln der Astrologie und Mathematik und beherrscht sie durch sein Wissen.

Agrippa von Nettesheim behauptete von sich selbst, ein großer Zauberer zu sein, während sein Hund ein böser Geist in seinen Diensten war. Sein Einfluss in Europa schwer zu bestimmen. Sein Kampf gegen die Hexenprozesse wurde von Johann Weiher weitergeführt.

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Die Kartoffel

Montag 4 Oktober 2010 @ 4:34 pm

Kartoffeln wurden erst im 18. Jahrhundert in Deutschland heimisch. Was bekanntlich Friedrich der Große durch listenreiche Tricks förderte. Zum Beispiel indem er sie auf Feldern anbauen und schwer bewachen ließ, damit Diebe von der offenkundigen Kostbarkeit des Ackergutes angelockt würden. Den Soldaten aber die Anweisung gab, den Dieben ihren Erfolg zu lassen.

Trotz ihrer kurzen Geschichte gibt es eine Fülle von Regeln zum richtigen Zeitpunkt ihres Setzens, damit sie groß und zahlreich werden. Am besten sollte man sie einpflanzen bei vollem oder abnehmenden Mond. Im Zeichen von Waage, Zwillingen, Löwe und Gewitter, in der Karwoche.

Weitere Aberglauben rund um die Kartoffel:

Wenn man am 15. August Kartoffeln erntet und ißt, vertreiben sie viele Krankheiten. Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln und umgekehrt: Viele Kartoffeln essen macht dumm. Und noch ein Aberglaube: Warzen lassen sich vertreiben, indem man sie mit einem Kartoffelstück einreibt und diese in unfruchtbaren Boden vergräbt.

Traumdeutung:

Wer von Kartoffeln träumte zieht bald um.

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